
Der Kampf zwischen hochwertigen Drucken und robustem Glas
Wenn Sie schon einmal Glas durch eine Siebdruckanlage geleitet haben, kennen Sie das Problem. In der Glättungsphase gerät man oft in eine Sackgasse.
Heizen Sie das Glas zu langsam auf? Die Tinte beginnt zu verblassen. Heizen Sie es zu schnell auf? Dann entstehen thermische Belastungen oder seltsame Spannungspunkte im Glas. Es handelt sich dabei um ein Gleichgewichtsproblem. Um das richtig hinzubekommen, verwenden wir gezielte Infrarotheizlampen, um die Lücke zwischen dem Druckvorgang und der Glättung zu overbrücken.
Die richtige Temperatur einstellen
Alles hängt davon ab, wie schnell die Temperatur angehoben wird. Wenn die Infrarotlampe zu viel Energie zu schnell auf das Glas abgibt, explodiert quasi die Lösungsmittel in der Tinte. Dadurch entstehen Blasen oder kleine „Löcher“ im Muster.
Wir stellen diese Lampen so ein, dass der Wärmestrom unter Kontrolle bleibt. Durch Anpassung der Leistung sowie der Entfernung zur Glasfläche kann die Oberfläche erhitzt werden, ohne dass der Kern des Glases beschädigt wird. So bleibt die Tinte bis zum Erreichen des Weichpunkts des Glases klar und deutlich sichtbar.
Umgang mit den Spannungen
Die Glättung funktioniert nur, wenn die Oberfläche schneller abkühlt als der Kern. Das erzeugt die notwendigen kompressiven Spannungen. Doch hier liegt das Problem: Wenn die Heizgeräte „heiße Punkte“ verursachen, wird die Glättung ungleichmäßig.
Deshalb verwenden wir Quarz-Halogenröhren. Sie nutzen ein Kurzwellenspektrum, das schnell in die Glasoberfläche eindringt. Stellen Sie sicher, dass Sie präzise PID-Controller verwenden. Wenn die Leistung schwankt, werden die Festigkeitsprüfungen fehlschlagen – ganz einfach.
Die Realitätsabwägungen
Hocheffiziente Lampen sind zwar gut, weil sie schnell arbeiten. Doch sie verbrauchen viel Energie und werden sehr heiß. Man muss sicherstellen, dass die Kühlfans in der Lage sind, die Hitze um die Lampenhülle herum zu bewältigen. Wenn die Hülle überhitzt, halten die Lampen nicht lange durch. Es handelt sich dabei um ein ständiges Abwägen zwischen der Geschwindigkeit, mit der das Glas erwärmt werden soll, und der Häufigkeit, mit der die Lampen ausgetauscht werden müssen.
Noch ein Tipp: Halten Sie die Reflektoren sauber. Eine dünne Schicht Staub kann die Effizienz um etwa 15 % verringern. In solchen Fällen besteht die Versuchung, die Spannung zu erhöhen – doch das führt schnell dazu, dass die Filamente zerstört werden.